5500km

Sie sagen es ist das, was uns menschlich macht. Das Denken.

Wiederholen jeden gesagten Satz, lassen jedes Szenario noch einmal abspielen, interpretieren in jede Geste und jeden Blick.

Wer wären wir, würden wir nicht mehr denken? Einfach aufhören, mitten im Gedankenfluss. Wären wir dann noch Mensch? Wären wir dann noch da?

Wenn die Gedanken nicht wären.

Doch wozu alles wieder und wieder überdenken. Warum nicht einmal die Vergangenheit vergessen und sich gedankenlos dem Jetzt zuwenden?

Denken. Denken. Denken. Denken.

Kapitel 12 - Gedankentagebuch

"Erzähl mir deine Geschichte. Ganz ohne Zahlen, Werte, Diagnosen. Erzähl mir von deiner Angst, deiner wahren Sehnsucht, erzähl mir was dich wirklich ausmacht"

Wir sind mehr als irgendwelche Zahlen. Wir sind mehr als der Stempel, der uns aufgedrückt wird. Noten, Gewicht, Herkunft. All das definiert nicht wer wir wirklich sind.

Erzähl mir von deiner Angst, damit ich deine Reaktionen verstehe und dir zur Seite stehen kann.

Erzähl mir von deiner wahren Sehnsucht, damit ich deine Blicke verstehe, voller sehnsüchtiger Trauer nach dem wonach du strebst.

Erzähl mir was dich wirklich ausmacht, dann alles was ich sehe, ist das was du nicht bist. Nur die Hülle, in der so viel mehr steckt.

Erzähl mir,

wer du bist.

(Source: eigeninitiative)

Ich stoße sie nicht von mir, aber ich unternehme auch nichts damit sie bleiben

(Source: eigeninitiative)

(Source: eigeninitiative)

Kapitel 11 - Ängste

Ich denke jeder von uns hat vor irgendetwas Angst. Vor Spinnen, Höhe, dem Tod. Und bei jedem sind diese Ängste unterschiedlich stark ausgeprägt.

Ich habe Angst vor der Dunkelheit.

Und dabei verstehe ich es selbst nicht so genau. Es gab eine Zeit, da habe ich mich total darüber gefreut wenn es dunkel wurde, wenn ich endlich ins Bett konnte. Und Jetzt sind diese Ängste wieder da.

Ich habe nicht direkt vor der Dunkelheit an sich Angst. Viel mehr vor dem, was sich darin bereit hält. Viele sagen, wenn ich solche Angst davor hab soll ich doch meine Rollos oben lassen, damit die Lichter der Laternen hinen fallen können.

Doch sie verstehen nicht, dass es das nicht gerade besser macht. Ich kann nur schlafen, wenn es vollkommen dunkel ist. Denn sollte es das nicht sein und ich kann die schwachen Umrisse meiner Möbel erkennen, dann würde ich die ganze Nacht wach liegen und in die Schwärze starren.

Ich verstehe mich selber nicht. Ich weiß, dass da nichts ist. Nichts sein kann. Aber dennoch habe ich Angst. Ich kann trotzdem nicht in Ruhe schlafen.

Kapitel 10 - Wie es der Zufall will

Manchmal passieren seltsame Dinge.

11:35 Uhr - Du bist zu spät. Ich sehe wie du die Treppe runter läufst und dich im Schneidersitz auf dem Boden nieder lässt. Dann höre ich weiter dem Mann zu.

12:20 Uhr - Ich sehe zu dir rüber. Du sitzt eine Stufe weiter unten als zu vor. Neben dir ein Mädchen, das ich nur flüchtig kenne. Du siehst mich an. Und als unsere Blicke sich treffen schau ich weg und konzentriere mich wieder auf den Mann, der von seinem Leben erzählt.

13:14 Uhr - Das Lied, das ich uns beiden heimlich zu geordnet habe ertönt in meinen Ohren. Ich denke an den Wunsch den ich meiner Sternschnuppe mit gegeben habe. Denke an dich.

13:16 Uhr - Der Bus bleibt stehen um ein Auto vorbei zu lassen. Und da stehst du. Nur eine Glasscheibe trennt uns, aber du bemerkst mich nicht. Suchst nach einer Möglichkeit die Straße zu überqueren.

13:17 Uhr - Das Lied geht zu ende. Ich denke an den Wunsch. Ich lächel.

(Source: eigeninitiative)

Kapitel 9 - Wertlos

Wertlos

Das wird wohl mein Wort-des-Tages.

Kennt das nicht jeder von uns? Dieses Gefühl, niemandem etwas zu bedeuten. Unnütz zu sein. Nicht gebraucht zu werden. Wertlos zu sein.

Was bedeutet mein Leben schon? Ich bin nur eine von 7 Milliarden. Ein kleines unbedeutendes Sandkorn in der Sahara. Nur ein kleiner Wassertropfen, der keine großen Wellen im Ozean schlagen wird, sobald er fällt.

Ich bin nichts.

Wie kommen die Menschen bloß auf die Idee, dass jeder von ihnen etwas besonderes ist? Falsche Selbsteinschätzung. Viel zu hoch. Wir sind unbedeutend, jeder von uns.

Sollte ich sterben, wird es sicher ein paar wenige geben, die Trauern werden. Doch auch diese Trauer wird vergehen. Ich werde vergessen sein, noch ehe meine menschlichen Überreste vollkommen zu Erde zerfallen sind. Es wird keine großen Nachwirkungen mit sich ziehen.

Wir sind nichts.

Wir sind wertlos.

(Source: eigeninitiative)

Kapitel 6 - Traum

"Ich sitzte in einem leeren Gang. Langsam werden die Umrisse deutlicher, die Schleier lösen sich auf. Ich erkenne meine Schule. Und dich, wie du mit einem breiten Lächeln auf mich zu läufst. Es ist fast so wie früher.

Aber nur fast.

Denn das Lächeln schenkst du nicht mir, sondern einer Person die hinter mir steht, und die meine Augen nicht erfassen können. Auf einmal ist alles voller Menschen. Sie bewegen hektisch ihre Lippen und eilen die Gänge entlang. Doch ich höre nichts.

Bis auf deine Stimme.

Aber sie ist nicht an mich gewandt, sondern an deinen Freund, der jetzt neben dir läuft. ‘Wie war das Wochenende?’ fragt er dich. Dein Lächeln wird breiter. Du bewegst dich immer noch auf mich zu, doch kommst nicht von der Stelle.

'Es war toll. XX und ich sind jetzt zusammen', sagst du.

Die Luft wird kühler. Die Menschen verschwinden. Nur noch du und ich. Jetzt siehst du mich an. Das Lächeln ist verschwunden. Du schüttelst den Kopf.

Unter dem Tränenschleier seh ich dein Gesicht nur noch verschwommen. Doch als ich sie mir weg wische sehe ich, dass es weg ist. Kein Gesicht. Nur noch einer von vielen, die alle gleich aussehen.

Und du verschwindest in der Menge”

(Source: eigeninitiative)